Bewegte Bilder und bewegende Bilder — bei unserer Zeitreise ist von historischen Motiven über die persönliche Emotion bis zur Actionsequenz wieder alles dabei.
Hinweis: Unsere Multimedia-Reportage passt sich vom Smartphone bis zum Laptop perfekt an und liefert auf jedem Gerät ein Vollbild-Erlebnis.
Los geht’s!
Königspaar Maria (Richterich) und Hubert Keufen
Peter Prepols, Hubert Keufen und Mathias Langert (von links)
Heißes Pflaster: Kirmes am Teller
1956 war ein besonderes Jahr für die Oidtweiler Junggesellen: Der Verein feierte sein 75-jähriges Bestehen und schaffte zu diesem Anlass eine neue Schwenkfahne an. Vorsitzende waren Peter Herresthal und Gottfried Prepols, Hauptmann Willi Schulte gab den Ton an. Abendliche Bälle fanden damals noch auf den Sälen des Dorfs statt – erst bei Mürkens I auf der Bahnhofstraße, später bei Mürkens II in der Eschweilerstraße. Für einen unvergesslichen Höhepunkt des Kirmesballs sorgte ein Besucher, der kurzerhand seine Kuh auf den Saal führte. Die Gründe für dieses Spektakel sind nicht mehr bekannt.
Für Livemusik sorgte die Jägerkapelle aus Warden. Dafür radelten sie an allen Kirmestagen mit ihren Instrumenten auf dem Gepäckträger nach Oidtweiler. Das Honorar brachten die Junggesellen nach der Kirmes per Traktor und ließen sich dabei nicht zweimal bitten, noch zu bleiben.
Das Wetter? „Beschi… ! Sechs Wochen gab es Regen, nur zur Baesweiler Kirmes war es schön“, wusste Jubilarkönig Hubert Keufen vor zehn Jahren in der Kirmeszeitung zu berichten.
Der Junggesellenverein mit seinen Maipaaren im Jahr 1956: Königspaar Hubert Keufen und Maria Richterich (Mitte), Maipaar Peter Prepols und Helga Reichel (links) und Maipaar Mathias Langert und Gertrud Müller
Frauengemeinschaft: Warten auf den Festzug
Maimädchen Helga Reichel, Maikönigin Maria Richterich und Maimädchen Gertrud Müller
Was nicht passt, wird passend gemacht.
Königswalzer im Saal Mürkens – die Krönung des Abends
Entzückt – die Kirmesgäste
Der Frühschoppen …
… und seine Folgen.
Wir ziehen weiter ins nächste Jahrzehnt …
Wer ist wer?
1966 wurde auf dem Kirmeszelt noch mächtig gequalmt, dicke Papierblumen schmückten das Revers und die Anzüge saßen tadellos – kein Vergleich zur lässigen Garderobe des heutigen Klompenballs. Auch die Sitzordnung wirkte förmlich, wo heute längst getanzt wird und Tische kaum erforderlich sind. Und dennoch: Die Szene ist sofort als Klompenball in Oidtweiler zu erkennen – manche Dinge ändern sich eben nie.
Aber wer waren die Hauptfiguren? Treue Leser erkennen auf den kleinen Bildern vielleicht Hans-Werner Herten, den langjährigen Mundschenk des Oidtweiler Treffs, oder den damaligen Pastor August Strang. Dann wird es komplizierter – oder doch nicht? War das da vorne nicht Kellisch Paul, dessen Schwager damals neben seiner Schwester wohnte? Oder Bülle Lipp? Oder Kampmanns Jupp und Baldes Dölf? Auflösen können wir immerhin das Rätsel um die Hauptdarsteller der Kirmes vor 60 Jahren: Königspaar waren Jürgen Keller und Albertine Mohren, die Maipaare Hans-Werner Herten mit Karin Hansen sowie Hans-Gerd Baldes mit Barbara Decker.
Zuch kütt: Ecke Eschweilerstraße/Im Kamp
Ganz alte Schule (im Hintergrund)
Klompenball-Style anno 1966
Es wird bunt — Kirmes in den 70ern …
1976 hatte der Junggesellenverein kaum mehr als eine Handvoll Mitglieder. So wundert es nicht, dass sich partout keine Freiwilligen für Maikönig und Maijunge fanden. Einen Tag vor der Mainacht nahm Heinrich Pletz („Pletze Hein“) seinen Sohn Rolf beiseite und überredete ihn gemeinsam mit Konrad Jansen, Maikönig zu machen. Bärbel Bergstein und ihr Vater ließen sich ebenfalls überzeugen – die Kirmes war gerettet. Auf der Baesweiler Kirmes entschlossen sich Rolfs Schwester Christel und Bernd Hennes aus einer Bierlaune heraus, die beiden zu begleiten. Bernd musste dafür noch rasch den Junggesellen beitreten und einen Anzug kaufen. Christel brauchte nur noch ein Kleid – und die Kirmes konnte kommen.
Das Wetter war „sauheiß“ – was eine neue Bedeutung bekommt, wenn man weiß, dass auf dem Festzelt ein lebendiges Spanferkel verlost wurde. Das Tier wollte sich irgendwann selbstständig machen, was zu einer legendären Saujagd auf dem Festzelt führte. Nach Hause soll es Peter Bremer mitgenommen haben – ob als Gewinner oder als schnellster Fänger, ist nicht überliefert.
Maikönigspaar Bärbel Bergstein und Rolf Pletz
Road to Teller
Maipaar Christel Pletz (heute Linn) und Bernd Hennes
Kirmes pletzte aus allen Nähten.
Immer Spitze: Funke Will
Jubilarpaare aus dem Jahr 1951: Maijunge Konrad Jansen, Königspaar Josef und Trudi Prepols (geb. Schulte) und Maijunge Konrad Langert
Pastor Gottfried Pergens eingerahmt von Hubert Tribbels und Gregor Bergstein; vorne: Hauptmann Heinz Winands
Probelaufen für die Kirmes: Fronleichnamsprozession
Hier kommen die 80er …
Sportlich: Maibaumaufstellung an der Turnhalle
Lange Kerle
Königspaar Heike und Hermann-Josef
Die Aachener Volkszeitung hatte 1986 ihre liebe Not mit den Namen des Königspaares – aus „Eckardt“ wurde „Eckhardt“, aus „Kapser“ wurde „Kasper“. Den Oidtweiler Kirmesbesuchern war das egal. Sie kannten ihr Königspaar Hermann-Josef „Ecki“ Eckardt und seine heutige Frau Heike genauso wie die Maipaare Matthias Kahlen mit Elke Breuer (heute Plum) und Dirk Heyer mit Birgit Breuer, die mittlerweile ebenfalls verheiratet sind.
Für alle sechs war die Rolle der Maipaare kein Neuland. Eckis Eltern waren 1961 Maipaar, Heikes Bruder bereits Maikönig bei den Baesweiler Junggesellen und auch der Vater von Birgit und Elke war ehemaliger Maijunge. Dirk fehlte zwar der Oidtweiler Stammbaum, er wählte mit Elkes Schwester Birgit jedoch klugbei der Wahl seines Maimädchens. 1986 erlebten sie die Kirmes erstmals aus der anderen Perspektive – etwas zurückhaltender beim Feiern, aber wie auf Wolken schwebend. Besondere Zwischenfälle? Keine. Kirmes eben. Und genau das war gut so.
Wecken!
Tja, Peter, falscher Verein: Ein Eckardt trommelt, einer walzert.
Schick: Mattes, Ecki und Slim
Maikönigin Heike und die Maimädchen Birgit und Elke (von vorne)
Festzug in der Martinstraße
Vergnügt: Maipaar Elke und Matthias
Lassen Bürgermeister Hans Plum tief blicken: weiße Shorts
Klompenjury
Ein kurzer Marsch ins neue Jahrtausend …
Von diesem Holzstück wird später noch berichtet.
Nie war die Bank wieder so flüssig.
Neue Tanne aus dem Hause Kockerols
Bruch mit Tradition (vgl. 1956)
Triumphierend: Maikönig Bode
Beim Begriff Spitzenleistung hat man als Kirmesfreund natürlich immer sofort die Maipaare, in diesem Fall das Königspaar Dirk Springmann mit Anke Neuß, sowie die beiden Maipaare Christian Heutz mit Miriam Heffels und Marcel Pauly mit Sandra Windeck vor Augen, die vier Tage lang ihr Bestes geben, um dem Dorf eine tolle Kirmes zu bereiten.
Oder auch die Spitzenleistung der Junggesellen im Gesamten, die 2001 zum ersten Mal die Mainacht für das breite Publikum öffneten und die erste öffentliche Proklamation in der Oidtweiler Turnhalle veranstalteten. Nachts verabschiedete sich der aktive Verein noch zum Königshaus Springmann in der Bahnhofstraße, wo ein besonderes Fass Bier die nächste Spitzenleistung vollbrachte, indem es scheinbar nie leer wurde, obwohl sich alle Beteiligten die größte Mühe gaben. König Bode sprach gar von einem „Wunderfass“.
Doch bei der ersten Kirmes des neuen Jahrtausends hatte der Begriff Spitzenleistung noch eine größere Bedeutung, als bei der Maibaumaufstellung auf etwa halber Höhe die Spitze des Baums abbrach und krachendzu Boden rauschte. Zum Glück ist niemandem etwas passiert – selbst das inaktive Mitglied Manni Funken nicht, den die Tanne nur um Haaresbreite verfehlte. Die Nerven aller Beteiligten ließen sich mit etwas Bier wieder beruhigen. Die Spitze hingegen konnte man nicht mehr gebrauchen. Rasche Hilfe kam vom Hof Kockerols, weil Hausherr Bernd spontan eine seiner Edeltannen zur Verfügung stellte. Der Baum wurde geflickt und mit ein wenig Verspätung konnte er wie gewohnt seinen Platz in der Dorfmitte einnehmen.
Premiere: Mainacht in der Turnhalle
Gut getarnt: Dekorateur Stephan Moll
Einer arbeitet, Rest beaufsichtigt
Aufgeweckte Kerlchen im Garten Springmann
Stolzer Onkel: Dieter „Dete“ Schönebeck freut sich auf Maijunge Christian
Königspaar Anke und Bode
Maipaar Miriam und Christian
Maipaar Sandra und Marcel
Niederbardenberger Fahnenschwenker
Maipaarfamilien: Mannschaftsaufstellung im Mittelkreis
Kind und Kegel unterwegs
Trink aus! Uwe verabschiedet sich als aktiver Junggeselle
Sie freuen sich in diesem Jahr auf eigene und unvergessliche Kirmesmomente:
Königspaar Luca und Jessica
Maipaar Noah und Eva
Maipaar Christian und Lisa
Wir sehen uns an den Kirmestagen:
Eure Junggesellen
Noch mehr vom Junggesellenverein Oidtweiler: